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zurueck zu ImcAustria | AustriaAktuell | AustriaTreffenWien2004


atIMC Diskussionsseite Open Publishing

Ok, da es wieder mal eine Diskusion über das Open Publishing und Zensur gibt, würde ich gerne vorschlagen, diese Seite zur Dokumentation dieser zu verwenden. (Sep 2003)

Zur Erinnerung: Zum Thema Umgang mit der Israel/Palästina Debatte gibts eine eigene Seite: http://docs.indymedia.org/view/Local/AustriaTreffenOktober2003_techvorschlag

Anmerkung, 20 Apr 2004: die Diskussionen sind zum Teil schon etwas älter und nicht mehr ganz aktuell, dokumentieren aber sehr wohl den Diskussionsprozess, wenn auch nicht vollständig.

Inhaltsverzeichnis



Versuch einer Definition von Open Publishing

Dieser Text entstand anlässlich einer Diskussionsveranstaltung zu Open Publishing am 23. April 2004 in Wien - und orientiert sich an der Praxis von atIMC. Als Hintergrundinformationen dienten die angeführten weiteren Informationen.

Open Publishing - auf deutsch in etwa offene Veröffentlichung - ist ein Prozess zur Erstellung von News und Informationen, an dem jedeR mit Internetanschluss und minimalen Kenntnissen mitwirken kann. Dabei ist der Prozess für die UserInnen transparent und nachvollziehbar.

Der Indymedia Newswire funktioniert nach eben diesem Prinzip des Open Publishing. Es ermöglicht allen UserInnen, ihre gestalteten Beiträge (Texte, Fotos, Zeichnungen, Audios, Videos, Flyer...) sofort selbst auf einer Internetseite zu veröffentlichen und somit einem weltweiten Publikum zur Verfügung zu stellen.

Open Publishing geht davon aus, dass die UserInnen geistreich und kreativ sind, dass sie SchreiberInnen, RedakteurInnen, VerteilerInnen und vielleicht sogar ProgrammierInnen sein wollen. Dabei wird den LeserInnen unterstellt, dass sie Müll von guten Beiträgen unterscheiden können und fähig sind, sich selbst ein Urteil zu bilden, sowie selbst zu entscheiden, welche Informationen für sie jetzt bestätigt sind und bei welchen es sich um Gerüchte handelt. In den Prozess der Meinungsbildung kann mit Kommentaren, Ergänzungen, eigenen Berichten usw eingegriffen werden. Information ist immer subjektiv und die Entscheidung, ob eine Information wert ist, gelesen zu werden oder nicht, bleibt den UserInnen überlassen.

Die Arbeitsweisen von Journalismus werden aufgezeigt. Open Publishing richtet sich gegen das traditionelle Verständnis von Medien, in dem wenige MedienmacherInnen Information für viele KonsumentInnen herstellen und an diese verkaufen. Die klassische Rollenverteilung wird aufgebrochen, MedienkonsumentInnen sind gleichzeitig MedienmacherInnen und gestalten ihr Medium selbst mit.

Die Inhalte werden nicht von (bezahlten) RedakteurInnen oder HerausgeberInnen gefiltert oder nach kommerziellen Kriterien aufbereitet. In der Regel werden nur in redaktionellen Beiträgen (wie Features oder den Indyradio-Shows) Veränderungen - durch updates oder Ergänzungen - vorgenommen. Eine Ausmnahme bildet die Verletzung von Persönlichkeitsschutz.

Aus dem Newswire werden nur doppelte oder kommerzielle Postings, Spam oder Beiträge, die gegen die Editorial Policy (Redaktionskriterien) verstoßen, entfernt. Diese bleiben jedoch weiterhin im Bereich der versteckten Artikel einsehbar. Der Newswire wird von den ModeratorInnen betreut. Da nicht immer alle Beiträge von den ModeratorInnen gelesen werden (können), ist es notwendig, dass sich die UserInnen an diesem Prozess beteiligen und auf Verstöße gegen die Editorial Policy hinweisen. Die UserInnen können redaktionelle Entscheidungen von anderen einsehen oder sich selbst an eben diesen beteiligen.

einige Prinzipien des Open Publishing

  • möglichst hierarchiefreie Strukturen
  • öffentliche Beteiligung
  • minimale redaktionelle Kontrolle
  • Transparenz
  • Meinungsfreiheit
  • Copyleft
  • Verwendung freier Software

weitere Informationen

zur Diskussion um Open Publishing (zum Teil auf englisch)



skript und mitschnitt der diskussionsrunde aus vorarlberg oktober 2003

beim bundesweiten indymediatreffen im oktober 2003 in vorarlberg, gab es eine diskussionsrunde zum thema: alternative medien - wie frei ist kommunikation? http://at.indymedia.org/newswire/display_any/34190



Wer ist für Inhalt verantwortlich

diskussion aus der austria-imc mailingliste (herbst 2003)

Global: verantwortlich sind bei indymedia all jene, die artikel posten. und keine/r andere. das ist das system von open publishing. daran kann auch jeder zensurwille nix aendern. die grundsaetze eines globalen netzwerkes sind nicht so einfach zu aendern. es waere daher allen, die was anderes wollen, zu raten, sich mal mit eben jenen und den dazugehoerigen diskussionen auseinanderzusetzen. wenn ihr wollt, findet ihr die.

Pinky: verantwortlich im sinne des mediengesetzes sind die mods, so ist nun mal die österr. gesetzeslage. nichts anderes habe ich behauptet. darf ich dich hier an die "editorial policy" erinnern: "Alle Beiträge, die im Open Posting landen, werden von täglich wechselnden ModeratorInnen gegengelesen und wenn sie dem Selbstverständnis von at.indymedia.org oder den ImcNantesPrinciples of Unity des Netzwerkes widersprechen, sprich rassistisch, antisemitisch, sexistisch, bzw. auf irgend eine andere Art diskriminierend oder verhetzend sind, "gläsern" zensuriert." in dieser diskussion geht es darum, dass zur zeit die moderation nicht in der lage ist, ihre aufgaben zu erfüllen und darum, welche konsequenzen daraus gezogen werden müssten. das moderationsproblem zu ignorieren wird wohl nichts nutzen. es sollte dir zu denken geben, wenn auch grundsätzlich sympathisierende personen deswegen verärgert das projekt verlassen.

Antwort von Global: kann schon sein, dass das irgendwann mal wer so geschrieben hat. klar ist aber auch, dass die praxis eine ganz andere ist. und die verantwortung bliebt immer noch bei jenen, die posten. alle die das anders auslegen, denen sei zu raten, sich mal die diversen foren der mainstreammedien in .at durzusehen. was dort an rassitischer, sexistischer hetzte und an diskriminierenden inhalten zu finden ist - unter ganz anderen voraussetzungen, eben dass es sich dort um keine open publishing medien handelt - ist wesentlich aerger als auf indymedia. wieso gibt es nicht taeglich mehrere klagen der selbsternannten zensorInnen und polizistInnen (ja, das ist ernst gemeint) gegen all diese menschenverachtende hetze? warum wohl? weil es wohl viel schwieriger ist, dort die eigenen machtspielchen durchzusetzen, da die macht dort ja in anderen haenden liegt.

open publishing erfordert halt ein wenig an aufgeschlossenheit, ein wenig ueber den eigenen schatten zu springen. und ein wenig den eigenen machtrausch abzugeben und zu schaun, dass hierarchien so weit wie moeglich abgebaut werden.

hier sei mal angemerkt, dass diese diskussion sicher gefuehrt werden kann. und fuer das treffen in bregenz ist ohnehin eine diskussion geplant. stellt sich nur die frage, ob jene, die immer gross zensur einfordern, sich auch die muehe machen, mal eine diskussion zu open publishing inhaltlich vorzubereiten? [...] so und zum schluss noch eine anmerkung: obige antwort ist kein gutes beispiel an eine inhaltliche auseinandersetzung mit dem thema open publishing. doch sei angemerkt, dass open publihsing eine DER grundlagen von indymedia ist, wenngleich auch nicht die einzige. sollte es also leute geben, die vorbehalte gegen open publishing haben, sollten sie ihre energien vielleicht in andere projekte stecken? aber vielleicht sehen sie, dass eben dieses system eines der wenigen ist, die es schaffen, eine moeglichst hierarchiefreie partizipation ermoeglichen. manchmal hat es den anschein, dass den userInnen von indymedia die faehigkeit abgesprochen wird, selbst zu denken. wenn das so waere, muessten tagtaeglich millionen von zetiungen in oesterreich eingestampft werden, da sie rassistische, sexistische, antisemitische und wie auch immer diskriminierende inhalte transportieren. und es sei noch festzuhalten, dass auf indymedia ganz andere informationen erhaeltlich sind, als in vorzensurierten mainstreammedien, die sich vor allem nach der brieftasche, aber auch an einem rassistischen und sexistischen grundkonsens innerhalb der mehrheitsgesellschaft orientieren. jene, die also den unterschied zwischen zwei sich fundamental entgegenstehenden medien nicht sehen koennen, sollten sich mal fragen, warum sie ueberhaupt in dieser mailingliste subskribiert sind. stimmt schon dass, das boese ist, aber es ist auch boese sich immer mit den gleichen langweiligen diskussionen auseinandersetzen zu muessen. wenn leute nicht vertragen, dass es auch andere meinungen gibt als ihre eigene, dann ist es in erster linie mal deren problem. und eben von denen selbst zu loesen. denn wie stellt ihr euch eine emazipatorische gesellschaft vor? mit polizie an jeder ecken, total ueberwacht, und jede abweichende meinung geiselnd.

und da anzunehmen ist, dass jetzt viele aufschreie kommen, sei hier noch mal klargestellt: sexistsiche, rassistische, zwangsherterosexuelle, homphobe, antisemistische, also alle diskriminierenden inhalte sind in frage zu stellen. aber durch eine zensur nicht aus der welt zu schaffen. alle die auf indymedia posten sind nicht nur partizipierde in diesem medium und fuer dessen inhalte gleichermassen verantwortlich, sondern auch teil einer gesellschaft um sie herum. und es gibt wohl keine/n, die/der teil einer rassistischen und sexistischen gesellschaft ist und gleichzeitig frei von diesen. wuerde also die zensur bis zur letzten konsequenz umgesetzt werden, weurde es im endeffekt nicht mehr moeglich sein, irgendeine meinung kundzutun. denn in jeder aussage spiegeln sich wohl bei laengerer suche die eigenen sexismen wieder. dies sollte mal die grundlage des denkens und der diskussion darstellen. und wenn ihr mal so weit seid, dann koennt ihr immer noch die zensurkeuele schwingen, aber bitte nicht ohne entsprechende auseinandersetzung mit dem medium, um das ihr euch - und das ist zu schaetzen und lobend zu erwaehnen - sehr bemueht.

A&R: Also erst einmal würd ich gerne wissen, in wie weit wir überhaupt unter das öst. Mediengesetz fallen. Erstens ist das ganze ein virtuelles Projekt, zweitens wird es nicht nur von Leuten, die in Ö. wohnen gemacht und drittens steht der Server nicht in Ö. Also warum sollten wir dann unter das ö. Mediengesetz fallen?

Zu den Inhalten: Wie Sri bereits erläutert hat, spiegeln sich die gesellschaftlichen Hierarchien in unser aller Texte wider, also müssten demnach wirklich alle texte rausfliegen. Ich glaube, die Strategie, die wir das letzte Mal gewählt haben, ist nicht gescheitert, sondern durch die organisatorischen Probleme beio der Moderation hat sich die Situation so entwickelt.

Grundsätzlich glaube ich, dass die Diskussion über die Zensur das Projekt Indymedia lähmt. Es wird nicht über Indymedia und die Möglichkeiten diskutiert, nein, mensch konzentriert sich nur auf die Frage der Zensur. Auf der einen Seite steht das Argument, mensch müsste gesellschaftliche Hierarchien mit Zensur bekämpfen auf der anderen Seite, das Argument, dass Indymedia ein hierarchiefreies Medium ist, wo auf vielfältige Partiziation wertgelegt wird (oder sollte) und diese durch strenge Zensur gefährdet ist. Mensch kann nicht verleugnen, dass die Sprache, die in den Artikeln verwendet wird, den Diskurs bzw. die Atmosphäre auf Indy mitbeieinflusst. Der Diskurs widerum widerspiegelt die gesellschaftliche Hierarchien und Ausschlussmechanismen. Wenn wir also an einer möglichst breiten Partizipation interessiert sind, solten wir bedenken, dass diese auch mit dem Diskurs zusammenhängt. Tja, jetzt ist die Frage, wie wir diesen beeinflussen können und ob eine Beeinflussung des Diskurses nicht wieder eine hierarchische Handlung wäre oder "Selbstverteidigung"? Gibt es Zensur, braucht es automatisch Zensoren. Diese haben dann verhältnismäßig große Macht, was auch wider die Hierarchiefreiheit spricht. Denn ja, es wird niemandem der zugang zur Moderation oder zur Mailigliste verwehrt, es spiegeln sich jedoch die allgemeinen Hierarchien wider, denn nicht jedeR hat die selben Chancen, bei dem Medium mitzumachen. So ist es zB eine Frage der Zeitressourcen, einE studentIn hat ev. mehr Zeitressourcen als einE erwerbstätigeR AlleinerzieherIn? und hat somit mehr Möglichkeit, am Projekt mitzumachen und somit mehr Einfluss. Die Zensur will also den Hierarchien entgegenwirken, erzeugt dabei aber wieder selbst Hierarchien oder ist zumindest nicht frei von diesen. Insofern ein Hund, der sich in den Schwanz beißt, oder? Ich würde versuchen, die Seite umzugestalten, so dass der newswire etwas weniger und die mispa etwas mehr beachtung findet. einen link zu den versteckten beiträgen, einen besser hervorgehobenen zur newswire seite (aktuelle neuigkeiten), den newswire rechts wieter runter, darüber Int he other press, mediagallery und kalender und die mispa schöner und aktueller gestalten. So könnten wirklich jeden Tag neue Sachen oben drinnen stehen. Ganz oben der Razor Wire mit einem kurzen Inhaltsverzeichnis über die Mispabeiträge und darunter wirklich alle guten artikel und öfter auch features. Somit können wir die Aufmerksamkeit auf die mispa erhöhen und somit auch die Beiträge fördern, welche nicht manifest diskriminierend sind. ich glaube das ist ein guter ansatz, denn er ist wesentlich konstruktiver als nur zu zensieren. Es gibt so viele Möglichkeiten, wie wird das Projekt weiterentwickeln können, doch wir vergeuden viel Energie mit der Zensurfrage, Energie, die wir konstruktiv einsetzen könnten. Außerdem wären vielleicht dann auch mehr Leute am Projekt interessiert, die Zensurdiskussionen schrecken glaub ich schon viele Leute ab. Und durch all die Projekte, die wir realisieren könnten, könnten wir vielleicht viel mehr in Richtung Emanzipation erreichen als durch die genaueste Zensur. sprich, wir könnten den Diskurs mehr in richtung hierarchiefreiheit bringen, als die nicht zensierten Beiträge sie in richtung hierarchie bringen. Sorry, ich hoffe, es ist verständlich. Es geht mir einfach darum, die Hierarchien, die durch den Diskurs entstehen nicht durch strukturelle Hierarchien zue ersetzen, sondern ihnen eben auch über den Diskurs entgegenzuwirken.


"Deutsches System"?

echna meint - wenn ich das richtig verstanden hab - dass die vielen Beiträge zur Israel/Palästina Debatte die Lesbarkeit des Newswires beeinträchtigen und schlägt vor: Eine andere Möglichkeit die meiner Meinung nach sehr interessant wäre, ist die deutsche Indy-Variante bei der das open publishing zwar existiert aber Artikel nur auf die Hauptseite kommen wenn sie durchgesehen wurden. Nur weiß ich nichts über den technischen Aufwand also bitte ich um Korrektur falls dies ünmöglich erscheint.

Antwort von Indyradio: wir kennen das problem (wie könnten wir nicht) - und wir haben auch die möglichkeit des deutschen systems schon diskutiert. abgelehnt wurde dieses system aus folgenden gründen: 1. an at.indy sind zu wenige menschen beteiligt um dieses system wirklich betreiben zu können. 2. viele menschen die an dem at.indy prozess beteiligt sind waren dagegen, weil der open posting charakter nicht mehr gegeben wäre. bei der letzten sitzung haben wir dieses problem diskutiert und wollten versuchen, nicht mit dem"zensurhammer" über diese diskussionen drüberzufahren, sondern eher über die kommentarfunktion das zu steuern bzw. auch durch die themen die in der mittelspalte stehen die aufmerksamkeit mehr auf diese themen zu lenken und darüber diskussionen in gang zu setzen.

Antowrt von Rafl: Als jemand der indy auch schätzt wink glaube ich, dass die Zensurpolitik der wir seit dem letzten Treffen folgen mittlerweile gescheitert ist. Tatsächlich hat das Ganze (wie von einigen Leuten übrigens schon im Vorfeld des letzten Treffens prophezeit) zu einer Eskalation der Debatten geführt. Die am Treffen besprochene "Steuerung" der Diskussionen mittels Kommentarfunktion ist (aufgrund der wenigen aktiven Mods) nur sehr selten passiert. Die Beispiele wo diese Steuerung funktioniert hat, kann ich an einer Hand abzählen.

A&R: Ja, aber die Eskalation hat stattgefunden. Nicht nur auf Indy, sondern auch im realen Leben. Und glaubst du, das wäre nicht passiert, durch stärkere Zensur? Indy ist doch nur ein Abbild der Realität und so schlimm es vielleicht ist, so ist nun mal die Linke in Ö. und v.a. in Wien. Frage: Die Zusnurpolitik vor dem letzten Treffen war nicht gescheitert? Und zum deutschen System: Ich glaube nicht, dass es sehr hierarchiefrei ist, den Leuten die Artikel vorzuselektieren. Das ganze geht immer mehr in Richtung corporate media, find ich. Nur dass wir halt zu faul sind, selber zu schreiben. Die Leute sollen doch bitte selber entscheiden können, was sie lesen wollen und was nicht und sorry, aber wenn ich den newswire anblicke kann ich sehr wohl zw. guten und schlechten postingsunterscheiden und entscheiden, welche ich lesen will und welche nicht. Darüber hinaus wäre ds "deutsche System" schwierig zu realisieren, bedenkt mensch, wie oft es jetzt schon fällt, jeden tag zu moderieren. Wie gesagt, die blöden Diskussionen entstehen nicht, weil wir nicht strenger zensieren, sondern weil es diesen Konflikt in der linken eben gibt, mit und ohne Indymedia. Das ist nun mal die Realität.


Verstecken von Kommentaren

Muky: konkreter vorschlag zum "verstecken von comments": > jede/r autorIn soll selbst seinen artikel moderieren, und somit wäre die/der > autorin für seinen artikel +comments verantwortlich. > (mir fehlt leider das technische wissen, um sagen zu können, wie das > umsetzbar wäre.

BoB: Den Vorschlag von muky, welcher an die Liste ging, sollten wir wieder einmal aufgreifen, zumal ich glaube, dass von indymedia mehr Transparenz bezüglich der Zensur erwartet wird.

????: Um dies zu gewährleisten könnten wir das Indymedia-Angebot etwas in die Höhe schrauben, ohne die Mods mehr belasten zu müssen. Und zwar in dem wir eine "fast" unmoderierte Version der Neuigkeitsspalte in die Hände der Userinnen legen. Mittels Link und/oder Cookie kann der Betrachter leicht zwischen diesen beiden Optionen wählen. Wenn jemand zuallererst auf unsere Seite schaut, dann gibts dann einen Link zu der unmoderierten Site, der mittels Cookie als Standard eingestellt werden kann. In dieser kaum moderierten Umgebung greifen die Mods nur ein, wenn Indymedia auf rechtlichem Wege belangt werden könnte. Sprich wenn der/die Moderatorin auf der Normalpage zensuriert, hat er/sie zwei Möglichkeiten in der Zensur: 1) Inhaltlich, also was dem Selbstverständnis widerspricht 2) Aus rechtlichen Gründen. Trifft Fall eins zu, dann wird der Artikel auf die "fast" unmoderierte Seite verschoben mit einem Rufzeichen oder ähnliches, um den/die Leserin darauf aufmerksam zu machen, dass eine Zensur auf der Normalseite stattgefunden hat. Im anderen Falle wird wie bisher "gläsern" zensuriert und ab auf den Müll.

Ich halte die Idee deswegen verfolgenswert, weil wir die Entscheidung über den Aufbau von Indymedia verstärkt an die Userinnen weitergeben können und eine erhöhte Transparenz ermöglichen. Damit kann einerseits dem Selbstverständnis von Indymedia und andererseits den Vorstellungen der Benützer (vielleicht) entsprochen werden, die unter Open Publishing eben diesen offenen Zugang fordern.

DreamNoir: diese idee sollten wir auf jeden fall umsetzen, um die transparenz zu erhöhen. ( dass jeder bei der adminseite die versteckten artikel anschauen kann, ist meiner meinung nach auch nur eine alibiargumentation bzgl. transparenz). ist sie auch technisch umsetzbar? man könnte die idee auch weiterspinnen (obwohl ich nicht weiss, ob mir das gefallen würde): wir könnten so mittels cookíes eine moderierte version, wo nur nachrichten erscheinen, die wir als mitteilenswert erachten, und eine version, wo alle postings erscheinen, aufrechterhalten... dadurch könnten wir aus der moderierten all jene postings entfrenen, die uns als unsinnig erscheinen, die wir aber aufgrund der ep nicht zensurieren können.

SrI: zum vorschlag von bob und dreamnoir ein paar anmerkungen und fragen:

die transparenz zu erhoehen ist nicht gleichbedeutend mit mehr zensur. ein weg, wie auf versteckte artikel hingewiesen wird, ist bei vielen imcs, unter dem newswire einen link zu den hidden articles zu setzen. dies wurde bei frueheren treffen von at.indy jedoch abgelehnt. eine idee, die durchaus ueberlegenswert ist, waere eine darstellung sowohl der artikel aus dem newswire als auch der versteckten artikel, die derzeit lediglich in der administrationsseite moeglich ist. dabei muss aber auch angemerkt werden, dass hier dann alle postings (also auch spam, doppel usw) angezeigt werden. es waere jedoch eine gute handhabe, um sichtbar zu machen, wie die seite bzw der newswire unmoderiert aussehen. deshalb finde ich diesen vorschlag durchaus umsetzenswert.

das entfernen - sprich zensurieren - von postings, "die uns als unsinnig erscheinen, die wir aber aufgrund der ep nicht zensurieren können" ist aber sehr wohl bedenklich und wuerde einmal mehr das system des open publishing unterlaufen. denn wie und von wem wird entschieden, wann ein text "unsinnig erscheint"? wenn texte nicht der ep wiedersprechen, dann sind sie nicht zu zensurieren. dies macht eben einen open newswire aus, in dem alle ihre beitraege veroeffentlichen koennen. sicher stehen fragen nach qualitaet und informationsgehalt von beitraegen im raum. aber dies tun sie sehr wohl auch bei medien, die klaren zensurrichtlichen seitens medieninhaberIn oder chefInnenredaktion unterliegen. ziel von indymedia ist ja auch, dass die leute faehig sind, sich selbst ein urteil zu bilden, selbst zu entscheiden, welche information jetzt als bestaetigt gilt und bei welchen es sich um geruechte handelt. ein bsp dazu sind wohl die sog. zeitungsenten, wie sie oft am 1. april veroeffentlicht wurden. oder kommunikationsguerilla als ein ganz anderes beispiel. information ist immer subjektiv. und die entscheidung, ob die information jetzt wert ist, gelesen zu werden oder nicht, sollte letztendlich den userinnen ueberlassen bleiben.

es gibt auf indymedia darueberhinaus die moeglichkeit des ratings - also artikel qualitativ zu beurteilen - und je nach beurteilung dann auch nur zb die als lesenswert eingestuften beitraege anzeigen zu lassen. diese funktion wurde bei at.indy jedoch nie angewandt und ist auch nach dem umstieg nicht vorgesehen. stellt aber sicher eine transparentere vorgangsweise dar, als jegliche andere filterung von informationen. und als etwas anderes ist der vorschlag, texte zu zensurieren, weil sie "uns" (wer immer das auch sein mag) nicht gefallen, nicht zu verstehen. eine der grundlagen von indymedia ist immer noch hoechstmoegliche hierarchiefreiheit. doch diese kann nicht von heute auf morgen einfach dasein, sondern muss entstehen. viele prozesse sind notwendig, um moeglichst hierarchiefreie strukturen zu etablieren. und wenn es gelingt, den userinnen von indymedia klarzumachen, dass das was sie im newswire lesen, information auf einem open publishing medium sind, in die nur in ganz krassen faellen, bei spam und wiederholungen eingegriffen wird, und die userinnen es dann auch schaffen, damit umzugehen und ihre eigenen beitraege zu veroeffentlichen und sich interessante informationen aus dem newswire zu suchen, dann ist viel erreicht. doch mit zensur, vorzensur und dem argument der "besseren lesbarkeit" wird dies wohl nicht so leicht zu erreichen sein. in diesem sinne sei hier verwiesen auf den in arbeit befindlichen text Bei Indymedia mitmachen - Wie geht das?


Was ist Open Publishing?

hier mal ein paar allgemeine infos und links dazu aus der indy-welt:

atIMC Hilfe

diesen Text findet ihr direkt auf der Startseite beim Newswire verlinkt, es handelt sich dabei um eine Übersetzung des englischen Textes aus dem Help von dadaIMC, siehe weiter unten.

Der Indymedia Newswire funktioniert nach dem Open Publishing-Prinzip, dem wesentlichen Element des Indymedia Projekts. Es ermöglicht allen, ihre gestalteten Beiträge sofort selbst auf einer weltweit erreichbaren Internetseite zu veröffentlichen.

Der Open Newswire regt Menschen an, Artikel, Analysen, Videos, Audio und Kunst zu veröffentlichen und so selbst zu einem freien Medium zu werden. Um Deinen Beitrag im Open Newswire zu veröffentlichen musst Du lediglich den Knopf "Artikel publizieren" auf at.indymedia.org drücken und ein einfaches Formular ausfüllen. Indymedia vertraut den AutorInnen, dass die von ihnen publizierten Beiträge gewissenhaft und ehrlich erstellt werden. Indymedia erlaubt sich zwar, einige Bereiche der Webseite redaktionell zu gestalten, in Beiträge im Open Newswire wird nur eingegriffen, wenn diese dem Selbstverständnis von at.indymedia.org oder den Grundsätzen des Indymedia Netzwerkes widersprechen. Nähere Informationen findest Du in der Infobibliothek links oben auf der Startseite.

Alle Beiträge, die vom Moderationskollektiv aus dem Open Newswire verschoben werden, bleiben für alle einsehbar auf der Newswire Seite und dem Bereich "Versteckte Beiträge". Solltest Du mit dem Inhalt eines auf at.indymedia.org veröffentlichten Beitrags nicht einverstanden sein, kannst Du Deine Meinung über die Funktion "Schnell kommentieren" zum Ausdruck bringen.

Möchtest Du mehr über das Open Publishing erfahren, empfehlen wir Matthew Arnisons Artikel http://www.physics.usyd.edu.au/~matthewa/catk/openpub.html (englisch)

indymedia faq

Auszuege aus den Indymedia's Frequently Asked Questions (FAQ):

For more information about open publishing, check out Indymedia tech volunteer Matthew Arnison's essay on the topic at http://www.physics.usyd.edu.au/~matthewa/catk/openpub.html

What is the www.indymedia.org newswire? / Why are there sometimes hate-filled articles on the newswire?

The www.indymedia.org News Wire works on the principle of "open publishing," an essential element of the Indymedia project that allows independent journalists and publications to publish the news they gather instantaneously on a globally accessible web site. The Indymedia newswire encourages people to become the media by posting their own articles, analysis and information to the site. Anyone may publish to the newswire, from any computer that is connected to the Internet, by clicking the 'publish' link on the www.indymedia.org page and following the easy instructions. Indymedia relies on the people who post to the Indymedia news wire to present their information in a thorough, honest, accurate manner. While Indymedia reserves the right to develop sections of the site that provide edited articles, there is no designated Indymedia editorial collective that edits articles posted to the www.Indymedia.org newswire. An Indymedia 'Newswire Working Group' has formed to keep track of what's been posted and clear the newswire of duplicate posts, commercial messages, and other posts that don't fit within Indymedia's editorial guidelines. Soon you will be able to contact the Newswire Working Group via e-mail to voice your opinions about the articles it has chosen to remove from the front page of the newswire. All articles moved from the front of the newswire will continue to remain publicly accessible through the 'editorial administration' and the "hidden articles" areas of the Indymedia site, which you can reach through the "publish" link. You will soon find the current Indymedia editorial guidelines at the top of the page you reach after clicking the "publish" link. If you disagree with the content of a particular article that someone has posted on Indymedia, you may comment on the article through the 'add your own comments' link at the bottom of each post.

Source: http://process.indymedia.org/faq.php3

Editorial Policy von at.indy

oder: Wer ist für die Inhalte von at.indymedia.org verantwortlich?

Das Open Posting ist eines der wichtigsten Prinzipien von Indymedia. Es bedeutet, dass alle Menschen Beiträge bei Indymedia über das Open Posting-Formular veröffentlichen können. Die Beiträge erscheinen dann sofort auf dem "Newswire" - der rechten Spalte auf der Startseite. Daher kann at.IMC auch nicht dafür garantieren, dass die Inhalte in den jeweiligen Artikeln auch nur in irgendeiner Form richtig sind. Gute Artikel zeichnen sich daher gerade durch Quellenangaben aus, die es den UserInnen von at.indymedia.org ermöglichen die Inhalte selbst nachzurecherchieren.

Die UserInnen haben darüber hinaus die Möglichkeit, unter jedem Artikel per "Comment" auf Zusatzinfos hinzuweisen bzw. die Informationen in einem Text zu widerlegen / zu unterstützen. Wie veröffentlichst Du Deinen Beitrag?

Du klickst auf "Neuigkeiten Publizieren" auf der Startseite. Dort kommst Du auf ein Formular, in das Du Deinen Text eingeben kannst. Wenn Du Deinen Text aus einem Textverarbeitungsprogramm kopierst, achte auf Sonderzeichen. Anführungsstriche und dergleichen, werden nicht unbedingt erkannt. Du kannst auch HTML-tags in Deinem Text verwenden. Die HTML-Erkennung musst du dann in dem entsprechenden Feld auswählen. Ähnlich einfach funktioniert auch das Posten von Fotos, Videos und Audiobeiträgen. Lies Dir am besten die Erklärungen in dem Formular durch, dort sind unsere Grundsätze kurz erklärt. Wenn Du Deinen Text abgeschickt hast, erscheint er im Normalfall wenige Sekunden später im Newswire.

Quelle: http://at.indymedia.org/front.php3?article_id=23779

Prinzipien von at.indy

Offener Zugang: Indymedia sieht sich als offene Plattform, an der sich jeder Mensch beteiligen kann. Grundlage dafür stellen einerseits das Prinzip des "open postings" und andererseits die generelle Möglichkeit zur Partizipation am gesamten Prozess dar. Somit kann Jede und Jeder Teil von Indymedia werden und den Informationsfluss sowie die Entwicklung des Projekts mitgestalten. Vor diesem Hintergrund kann Indymedia nie mehr sein, als die Summe der Stimmen, Wörter und Bilder der Beteiligten Menschen.

Quelle: http://at.indymedia.org/front.php3?article_id=23777

at.indy faq

Das Open Posting ist eins der wichtigsten Prinzipien von Indymedia. Es bedeutet, dass jedeR Beiträge bei Indymedia über das Open Posting-Formular veröffentlichen kann. Die Beiträge erscheinen dann sofort auf der Open Posting-Seite - dem sogenannten Newswire - und auf der rechten Spalte der Startseite. Alle Beiträge, die im Open Posting landen, werden von ModeratorInnen gegen gelesen und wenn sie dem Selbstverständnis von at.IMC oder den ImcNantesPrinciples of Unity des Netzwerkes widersprechen, zensuriert. Die ModeratorInnen entscheiden auch, welche ausgewählten Beiträge als "news" in die Mittelspalte der Startseite kommen.

Quelle: http://at.indymedia.org/front.php3?article_id=11667#07

Wenn die Moderationskollektive feststellen, dass ein Beitrag diskriminierende Inhalte hat, wird der Beitrag einer gläsernen Zensur unterworfen. Er liegt dann noch im Internet, ist aber nicht mehr im Newswire zu finden, sondern zu Recherche-Zwecken bzw. eine nötige Transparenz bezüglich von Zensur zu gewährleisten nur über unsere Administrations-Seite abrufbar.

Quelle: http://at.indymedia.org/front.php3?article_id=11667#10

JedeR kann bei indymedia posten. Ob das aber immer der Wahrheit entspricht, ist dadurch klarer Weise nicht gesagt. Gute Artikel zeichnen sich daher aber gerade durch Quellenangaben und damit Nachrecherchierbarkeit aus. Jedmensch hat darüberhinaus die Möglichkeit unter jedem Artikel per Kommentar auf Zusatzinfos hinzuweisen, die Behauptungen in einem Text widerlegen oder unterstützen. So ergibt sich häufig ein ganz gutes Bild, ob dem/der AutorIn zu glauben ist oder nicht.

Quelle: http://at.indymedia.org/front.php3?article_id=11667#15

dadaimc Site Help

from http://baltimore.indymedia.org/

The www.indymedia.org newswire works on the principle of open publishing, an essential element of the Indymedia project that allows anyone to instantaneously self-publish their work on a globally accessible web site.

The Indymedia newswire encourages people to become the media by posting their articles, analysis, videos, audio clips and artwork directly to the web site. You can publish to the news wire by clicking the "publish" link on the baltimore.indymedia.org page and filling out a simple form. Indymedia relies on the people who post to the Indymedia news wire to present their information in a thorough, honest, accurate manner. While Indymedia reserves the right to develop sections of the site that provide edited articles, there is no editorial collective that edits articles posted to the newswire section. The Baltimore IMC editorial collective keeps an eye on the newswire to keep track of what is being posted and to apply basic editorial guidelines to keep the newswire free of spam and duplicate postings. You can find the Baltimore IMC editorial guidelines at the info library link on the left-hand side of this page.

All articles moved from the front of the newswire will continue to remain publicly accessible through the newswire home page and the "hidden articles" area of the site.

If you disagree with the content of a particular article that someone has posted on Indymedia, you may comment on the article through the "add your own comments" link at the bottom of each post.

For more information on open publishing, try Matthew Arnison's excellent essay.

Source: http://baltimore.indymedia.org/help.php?name=Open%20Publishing

wikipedia, die freie enzyklopaedie

Open publishing is a process of creating news that is transparent to the readers. They can contribute a story and see it instantly appear in the pool of stories publicly available. Those stories are filtered as little as possible to help the readers find the stories they want. Readers can see editorial decisions being made by others. They can see how to get involved and help make editorial decisions. If they can think of a better way for the software to help shape editorial decisions, they can copy the software because it is free and change it and start their own site. If they want to redistribute the news, they can, preferably on an open publishing site.

Examples of Open Publishing:

Source: http://www.wikipedia.org/wiki/Open_publishing

de.indymedia.org faq

Das Open Posting ist eins der wichtigsten Prinzipien von indymedia. Es bedeutet, dass jedeR Beiträge bei indymedia über das Open Posting-Formular veröffentlichen kann. Die Beiträge erscheinen dann sofort auf der Open Posting-Seite - das ist die zweite Seite. Dort kommt Ihr über den Button "Alle Beiträge" hin. Alle Beiträge, die im Open Posting landen, werden von Moderationskollektiven gegen gelesen. Die Kollektive entscheiden dann, was mit den Beiträgen geschieht: Ob sie in den Newswire auf die erste Seite kommen, ob sie zu einem Feature in der Mittelspalte gemacht werden, ob sie im Open Posting bleiben oder ob sie versteckt werden. Nach welchen Kriterien die Moderationskollektive ihre Entscheidungen treffen, lest ihr unter "Moderation".

Quelle: http://de.indymedia.org/static/faq.shtml#open


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