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Die Proteste gegen den internationalen Ausverkauf der bolivianischen Gasressourcen haben sich zu einem landesweiten Aufstand ausgeweitet. Nach dem Massaker vom Sonntag in El Alto verlagerte sich am Montag der Schwerpunkt der Kämpfe auf den Regierungssitz La Paz. Auch hier kam es wieder zu mindestens 20 Toten unter der Zivilbevölkerung. Das ganze Land befindet sich im Aufstand und die Regierung war gezwungen, zu ihrer Unterstützung weitere Truppen nach La Paz zu beordern. Bereits am Abend sind neue Einheiten mit 8 Panzern und etwa 10 Truppentransportern in die Stadt eingerückt. Gleichzeitig setzten sich aber tausende DemonstrantInnen? aus Oruro und Achacachi zur Unterstützung der Aufständischen in La Paz in Marsch. [en]
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Text:Am Sonntag, den 12. Oktober, eskalierte die Lage in El Alto, wenige Kilometer oberhalb von La Paz. Militär und Polizei versuchten gewaltsam, Straßenblockaden zu durchbrechen und verübten ein Massaker, in dem etwa 30 Menschen umkamen und 100 z.T. schwer verletzt wurden. Am Montag, 13. Oktober, fanden in der Innenstadt von La Paz heftige Auseinandersetzungen zwischen DemonstrantInnen? und Militär statt.
Seit Wochen befinden sich mehrere Provinzen des Hochlands im Aufstand, und größere Städte wie La Paz sind durch Straßenblockaden von der Außenwelt abgeschnitten. Mehrmals kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei/Militär und der Bevölkerung, bei denen mehrere Menschen starben. Auslöser der Auseinandersetzungen war der geplante Ausverkauf des Gases, doch mittlerweile haben sich die Proteste zu einem Aufstand gegen die neoliberal-orientierte Regierung ausgeweitet. Die meisten Gewerkschaften haben einen unbefristeten Generalstreik ausgerufen, Minenarbeiter verlangen die Vergesellschaftung der Bergwerke, Koka- und Hochlandbauern haben sich den Protesten angeschlossen, ebenso wie die Nachbarschaftsvereinigungen der Hauptstadt. Im Norden Boliviens lebende Aymara bereiten sich auf einen bewaffneten Aufstand vor. Erste Risse zeichnen sich im Regierungslager ab: Der Vizepräsident hat sich von der Regierungspolitik distanziert, vier Minister sind zurückgetreten.