Seitens der Regierung gibt es Gerüchte über einen Ausnahmezustand oder einen Staatsstreich, den Politiker und Militärs vorbereiten würden, mit allem was es für die Aymaras, BewohnerInnen? des Hochlandes, BäuerInnen und allen BolivianerInnen?, die für das Gas kämpfen, an Blut bedeuten würde. In einigen kommerziellen Medien wurde angedeutet, dass bereits der Ausnahmezustand vorbereitet worden war, aber wegen einer versuchten Polizeimeuterei verschoben wurde. Die Ankündigung der Mobilisierung in Chapare und der TransportarbeiterInnen? verschärft die Situation weiter. Der Dialog entfernt sich, die Wut der Leute wächst, und ein extrem gewalttätiger Ausgang zeichnet sich ab. (Feature imc Bolivia)
Die Proteste hatten sich in den letzten Wochen stark ausgeweitet, mehrere Provinzen des Hochlandes befinden sich im Aufstand und grosse Städte wie La Paz und El Alto sind dadurch weitgehend von der Aussenwelt abgeschnitten. Und immer wieder kam es anlässlich von Strassenblockaden zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Polizei / Militär und der Bevölkerung.
Vor drei Tagen erst waren bei einer Demonstration Richtung La Paz der Minenarbeiter Huanuni José Luis Astahuichi (41) und der Konstruktionsarbeiter und Student aus El Alto Ramiro Vargas Astilla (22) getötet worden.
Bei der landesweiten Demonstration gegen den Ausverkauf des Gases am 19. September mit 100.000 TeilnehmerInnen? war es ebenfalls zu fünf Toten bei Angriffen der gemeinsamen Einheiten von Militär und Polizei auf Strassenblockaden im Altiplano (Hochland) gekommen war.
Felipe Quispe, Anführer der Landarbeitergewerkschaft CSUTCB, hatte daraufhin vor 2 Wochen erklärt, daß die im Norden Boliviens lebenden Aymara im Konflikt mit der Regierung zu den Waffen gegriffen haben. In mehreren Regionen war zu dem von den Gewerkschaften zu einem unbefristeten Generalstreik und Strassenblockaden aufgerufen worden.
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Bolivien-Feature vom Februar 2003
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