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diemal mehr Musik! --> leia bringt das Übliche, janmaat afrikanische Musik + DJ!
- Wer kommt alles ins Studio ? leia , skep, janmaat und ein paar freunde von janmaat aus dem sudan, Alex mit Schlüssel + "Füherschein"
- Afrika-Themenschwerpunkt: janmaat text; Jessamyn musik; ...
3. Sendung von Indy auf Polyphon - WEBRADIO
SENDESCHEMA
18:00 - Begrüßung
18:01 - Themenvorstellung
18:04 - Musik 1
18:08 - Schuld durch tätig sein: Lager-Plan Schily, KZ’s in Namibia, koloniale Konferenz 1884 und antikoloniale Konferenz 2004
SCHILY-PLAN, LAGER und ANTIKOLONIALE KONFERENZ
Bundesinnenminister Otto Schily hat mit seinem italienischen Kollegen Pisano einen Plan. Bilder elendig verreckter Flüchtlinge, angespült an die Südgrenzen des Schengenraumes, soll es in Zukunft nicht mehr geben. Die Südgrenze der EU soll jetzt in der Sahara geschlossen werden. Dort verdursten schon jetzt jedes Jahr hunderte, wenn nicht tausende von Flüchtlingen auf dem Weg nach Europa ohne jede Medienaufmerksamkeit.
Der ursprüngliche Vorschlag, solche Lager - genannt "Asylantragszentren" -unter der Ägide der EU einzuführen, wurde medienwirksam abgeschmettert, im Rahmen eines so genannten "Pilotprojektes" durch die Hintertür allerdings wieder eingeführt. Nun sollen diese Lager nicht unter EU-Beteiligung entstehen, sondern allein von den Maghribstaaten beaufsichtigt werden.
Dies alles steht in einem klaren Zusammenhang mit der zunehmenden Einflussnahme EU-Ropas in Nordafrika. Der Schily/Pisanu - Plan, d.h. die Schließung der EU-Südgrenze in der Sahara, nimmt Gestalt an. Libyen wird wider salonfähig gemacht. Waffen werden geliefert. Gleichzeitig wird der militärische Druck verstärkt. Vor wenigen Tagen noch gab es ein Manöver europäischer Flottenverbände vor Algir. Am Ende geht es um eine Neuzeichnung der Karte Afrikas. Die EU schafft sich im Maghrib eine Pufferzone.
Das Ziehen von Grenzen und die Errichtung von Lagern auf dem afrikanischen Kontinent hat Tradition in der deutschen Politik. Dabei hat sich die deutsche Politik immer einen europäischen Mantel gegeben: 1884 teilten die Kolonialmächte auf einer Konferenz in Berlin den Kontinent wie einen Kuchen unter sich auf. Zwanzig Jahre später, im Jahre 1904, verübten deutsche Kolonialtruppen einen Genozid in Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Dort wurde das Konzentrationslager erfunden; etwa achtzig Prozent der Bevölkerung der Herero wurde bestialisch ermordet, 80.000 Menschen. Bis heute weigert sich die deutsche Regierung, Entschuldigung und Entschädigung zu leisten.
An die 1884 in Berlin beschlossene koloniale Aufteilung des Afrikas in Interessensphären halten sich die großen Mächte des Westens noch immer. Nur dass heute, wenn sich Europa vereint und damit die Grenzen in Europa neu gezogen werden, auch Afrika neu geordnet wird - abermals unter der Ägide der EU, wiederum unter maßgeblicher Beteiligung Deutschlands. Kernpunkt ist dabei die Schließung der Schengengrenze in der Sahara. Nun werden wieder von Deutschland in Afrika Menschenrechte verachtende rassistische Lager errichtet.
Im November jährt sich die Berliner koloniale Konferenz zum 120. Mal. Der Völkermord an den Herero ist 100 Jahre her. Zu diesen Anlässen gibt es vom 11. bis zum 15. November in Berlin eine antikoloniale Konferenz inklusive antikolonialer Aktionen. Es wird Zeit, dass Europa und in ihm Deutschland endlich aufhört, Afrika zu versklaven und zu zerstückeln. Bleiberecht für alle Einwohner ehemaliger Kolonien. Entschuldigung und Entschädigung. Für freies Fluten. Gegen Kolonialismus und Imperialismus in all seinen Formen.
Nähere Informationen zur Antikolonialen Konferenz im Internet unter www.africa-anticolonial.org.
18:15 - Musik 2
18:20 - Interview zu
ImcDeIndykonferenzDakar und Radio in Afrika (Leia interviewt Janmaat)
18:30 - Musik 3
18:37 - Schuld durch untätig sein: Sudan (Text: Janmaat; 600 Wörter) - Sound III (Sudan Atmo)
SUDAN / Darfur
09.10.2004 - Janmaat -
janmaat@so36STOPSPAM.net - 01747233593
Für Indymedia - Radio Polyphon 95,2 - Sendetermin: Fr. 8.10. 18:00-20:00 Uhr
Einleitung
Im Osten Afrikas liegt ein Staat, zurückgelassen von den britischen Kolonialherren, benannt nach der Vegetationszone, in welchem er sich erstreckt: Sudan.
Die Bevölkerung dieses Landes gehört zu den ökonomisch ärmsten der Welt. Krankenhäuser gibt es fast nirgends, ebenso wenig wie Wasserpumpen, Strassen, Elektrizitätsversorgung, Telefonleitungen oder irgendeine andere moderne Infrastruktur. Der Boden jedoch birgt in sich unerschlossene Rohstoffreserven, darunter so wertvolle wie Gold, Kupfer und Uran, aber auch eine unbekannte Menge Erdöl. Bei der Ausbeutung arbeiten die Machthaber des Sudan mit dem internationalen Kapital Hand in Hand. Dabei gehen sie über Leichen.
Nachricht
Seit Februar 2003 überfallen Reitermilizen Dörfer in Darfur, zünden die Hütten an, verbrennen Menschen bei lebendigem Leib, vergewaltigen und morden, töten das Vieh und verschütten die Brunnen. Auch Helikopter der sudanesischen Zentralregierung bringen den Tod. Wer den Angriff überlebt, stirbt auf der Flucht oder in Lagern an Hunger, Durst und Krankheit. Schätzungen zufolge sterben jeden Monat mehr als 10.000 Menschen. Die Gegend ist extrem unzugänglich, es ist sehr schwer, genaues zu erfahren.
Vorgeschichte
Die US-amerikanische Firma Chevron entdeckte bereits in den siebziger Jahren das Erdöl im Süden des Sudan. Darauf erklärten sich internationale Firmen bereit, Straßen und eine Pipeline von dort über die Hauptstadt Khartum bis an den Hafen Port Sudan am Roten Meer zu bauen. Sie stellten dabei nur eine Bedingung: dass nämlich die Regierung des Sudans für die Sicherheit sorge. Daraufhin begann die systematische Vertreibung der örtlichen Bevölkerung. Im Sudan sind seit 1983 ums Leben gekommen: mindestens 2,5 Millionen Menschen. Über 5 Millionen mussten fliehen, davon ein nicht unbedeutender Teil ins Ausland. Damit ist in einer Gesamtbevölkerung von vielleicht 30 Millionen Menschen jeder 5. in der einen oder anderen Form unmittelbares Opfer der Gewalt oder ihrer Folgen.
Nachricht
Hinter den Vertreibungen steht die Zentralregierung des Sudan und hinter dieser wiederum die Gelder aus dem Ölgeschäft. Dies ist der internationalen Gemeinschaft bekannt. Dennoch geschieht fast nichts.
In den USA wird Wahlkampfwirksam von einem Genozid der islamistischen Zentralregierung an der schwarzen Bevölkerung gesprochen. Dahinter steht das Vorhaben, den Sudan zu spalten. Dann hätten dann auch US-Ölkonzerne wie Chevron wieder Aussichten auf Konzessionen. Zu diesem Zweck soll ein Militäreinsatz erfolgen, der mindestens 40.000 Truppen erforderte.
Die kontinentaleuropäischen Mächte Frankreich und Deutschland sind dagegen. Sie arbeiten mit der sudanesischen Zentralregierung zusammen. Firmen aus diesen Ländern verdienen am Ölgeschäft. Deutsche Firmen arbeiten an Infrastrukturprojekten mit (Flugplätze, Pipelines, etc). Die Französisch-Italienische Firma
TotalFinaElf? gehört zu den größten Konzessionshaltern im Süden Sudans.
Mit die wichtigsten Major Player sind allerdings zwei andere Großmächte: es sind China und Indien. Ihre staatlichen Erdölkonzerne halten große Konzessionen und exportieren seit 1999 das Erdöl. Im Sudan gibt es chinesische Arbeiter, chinesische Ingenieure, Indien hat sogar Truppen stationiert. Nur widerstrebend hat China der letzten UNO-Resolution zugestimmt, welche Sanktionen gegen die Zentralregierung vorsieht, die immerhin auch den Erdölsektor betreffen. Diese beiden Länder, auf dem Weg, ökonomische Supermächte zu werden, gehen für Erdöl über Leichen. Es ist kaum anzunehmen, dass sich diese Mächte an einen Boykott halten werden; schließlich müssten sie dafür ihre eigenen staatlichen Firmen boykottieren.
Während die internationalen Gremien nichts anderes tun als reden, geht das Sterben in und um Darfur weiter. Dabei ist nicht einmal sicher, ob es in Darfur überhaupt Erdöl gibt. Claims sind dort jedenfalls noch nicht abgesteckt, Konzessionen noch nicht vergeben. Es scheint sich um so etwas wie einen prophylaktischen Genozid zu handeln. Afrika, so sieht es wieder einmal aus, leidet unter der Tatsache, dass arme Menschen das Unglück haben auf reichen Böden zu leben.
18:50 - Musik 4
18:57 - Interview mit Sudanesen Teil 1
19:05 - Musik 5
19:10 - Interview mit Sudanesen Teil 2
19:20 - Musik 6
19:27 -
ImcDeNewsLokalPolyphon4
19:30 - Musik 7
19:35 -
ImcDeNewsRegionalPolyphon4
19:38 - Musik 8
19:43 -
ImcDeNewsInternationalPolyphon4
19:46 - Musik 9
19:53 -
ImcDeTerminePolyphon4
19: 56 - Tschüss sagen: Nächsten Freitag ab 18 Uhr im Webradio Polyphon: ....
19:58 - Musik 10 und Ende
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SkeP - 22 Aug 2004
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