Proteste gegen Bush in Asien

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100 US-Fahnen wurden von den anwesenden Bewohnern in Manila verbrannt, als der vielerorts als Terrorist Nr.1 eingestufte George W. Bush am Samstag der amerikanischen Pr\xE4sidentenmaschine "Air Force One" entstieg, um einen 8-st\xFCndigen Aufenthalt zu machen. Die Phillipinen sind nach Beginn des "Anti-Terror-Krieges" mithilfe mehrerer hundert Spezialeinheiten der US Army, die das Vorgehen gegen moslemische Rebellen unterst\xFCtzen sollten, ein wiederholtes Mal zu einer de facto amerikanischen Kolonie geworden. Etwa 10.000 Demonstranten blockierten die Hauptzufahrtsstrasse zum Abgeordnetenhaus, wo Bush eine Rede hielt. [Mehr dar\xFCber hier...] Zuvor hatten in Manila die sog. "Urban Poor Anti-Bush"-Aktionen als Auftakt stattgefunden. Bush's Besuch provozierte \xFCberall im Lande Proteste.

Im Anschluss nahm der amerikanische "Pr\xE4sident" am APEC-Gipfel (Asia Pacific Economic Cooperation) in Bangkok teil. Die thail\xE4ndischen Beh\xF6rden verhielten sich, wie es f\xFCr Regierungen meist \xFCblich ist, wenn die F\xFChrer der Welt zusammentreffen: u.a. wurden unerw\xFCnschte Immigranten deportiert, die Versammlungsfreiheit durch ein Riesenaufgebot der Polizei eingeschr\xE4nkt und sehr viel Geld ausgegeben, um die hohen G\xE4ste zu beeindrucken. Rund 2 Milliarden Baht, das sind knapp 43 Millionen Euro, wurden laut der Bangkok Post f\xFCr die Dauer von zwei Tagen ausgegeben. Eintausend Menschen fanden sich am Sonntag ein, um gegen Bush's Besuch und seinen Feldzug gegen Skeptiker im Fernen Osten zu protestieren. Auch in Bali wurde demonstriert, wo Bush g\xFCnstig zum Jahrestag des Bombenanschlags auf eine Diskothek auftreten wollte. In Melbourne, Australien gab es bis zum Freitag ebenfalls Proteste. Dort traf George W. mit seinem treuen rechtskonservativen Premier Howard zusammen und hielt, wie auch der chinesische Pr\xE4sident Hu Jintao, eine Rede vor dem australischen Parlament. Man ging im Vorfeld davon aus, die beiden wollten sich zu inoffiziellen Gespr\xE4chen \xFCber die Nord-Korea-Politik treffen. Hu Jintaos Ankunft wurde ebenfalls von mehreren kleinen Protesten im Land \xFCberschattet.

Haupts\xE4chlich d\xFCrfte es Bush auf seiner Fernostreise darum gegangen sein, sich bei seinen Verb\xFCndeten f\xFCr die Treue im "Anti-Terror-Kampf" zu bedanken, sowie Zuckerw\xFCrfel f\xFCr ein Fortsetzen derselben zu verteilen. Nat\xFCrlich traf er sich w\xE4hrend dieser Zeit nur mit F\xFChrern und wird von den Protesten kaum etwas mitbekommen haben. Die grosse Mehrheit der s\xFCdostasiatischen Bev\xF6lkerung, inklusive Australien, ist nicht mit der von Bush praktizierten Politik einverstanden. Ein am 1. Oktober an das Abgeordnetenhaus in Washington herausgegebenes Empfehlungsschreiben von der "Advisory Group on Public Diplomacy for the Arab and Muslim World" verdeutlicht, dass es mit den diplomatischen Beziehungen der USA vor allem zur arabisch-moslemischen Welt schlechter steht denn je. Zwar traf sich Bush mit Vertretern zweier moderater islamischer Organisationen, jedoch d\xFCrfte das angesichts der anhaltenden Aggressionen gegen L\xE4nder wie den Irak und Afghanistan, sowie die aktive Unterst\xFCtzung bei der Bek\xE4mpfung der Abu Sayaf-Rebellen auf den Phillipinen keinen grossen Unterschied machen. Einen Besuch auf dem letztw\xF6chigen Treffen der "Organization of the Islamic Conference" in Malaysia lehnte Bush trotz der damit verbundenen Chancen auf Verst\xE4ndigung mit der islamischen Welt ab.

H\xE4ndesch\xFCtteln, L\xE4cheln f\xFCr die Kamera, eine Beschwichtigung des malayischen Premier f\xFCr die scharfe \xF6ffentliche Kritik der USA an seinen \xC4usserungen \xFCber Juden und die etwas ausgeleierte Beschw\xF6rung der Vorteile des 'freien und fairen' Handels waren Teil der Show. Doch eigentlich ging es, wie man der pr\xE4sidialen Homepage whitehouse.gov entnehmen kann, bei diesem Wirtschaftstreffen vorrangig um eines: to discuss the war on terror. Wieder und immer wieder, als bek\xE4me man im Weissen Haus so langsam Angst, die Welt beginne damit ihre Lust am "Anti-Terror-Krieg" zu verlieren. Ausser der Verantwortung \xFCber eine Unzahl von menschlichen Opfern und einer steigenden anti-amerikanischen Gesinnung in weiten Teilen der Welt haben die Amerikaner bisher nicht viel von diesem Kreuzzug gehabt. Und sp\xE4testens wenn die USA in einigen Jahren wieder aus dem Irak vertrieben werden, d\xFCrfte die diplomatische Stellung dieser Milit\xE4rmacht auf einen historischen Tiefpunkt sinken.

Weitere Infos zu den Protesten gegen Bush:

[ Manila Indymedia | StopDubya.org | Melbourne Indymedia ]

Topic revision: r4 - 10 Mar 2005, SkeP
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