ImcVienna Selbstverst\xE4ndnis

vienna.indymedia.org ist ein Nachrichtenportal, das einen emanzipatorischen Umgang mit Informationen und Medien gezielt f\xF6rdern will. vienna.indymedia.org versteht sich dabei als ein multimediales Netzwerk unabh\xE4ngiger und alternativer Medien, Medienaktivist/innen, engagierter Einzelpersonen und Gruppen. Es bietet offene, nichtkommerzielle Berichterstattung sowie Hintergrundinformationen zu aktuellen sozialen und politischen Themen von unten. Bereits bestehende nicht-kommerzielle Strukturen sollen dadurch in ihrer Arbeit unterst\xFCtzt werden.

Unser politischer Ansatz

vienna.indymedia.org bietet dabei durch das Prinzip des Open Postings die M\xF6glichkeit, herk\xF6mmliche Grenzen zwischen Medienkonsument/innen und Medienmacher/innen, hin zu Medienaktivist/innen, als die wir uns verstehen, zu \xFCberschreiten. Dabei sollen jedoch gesellschaftlich existente Hierachien, die sich auch innerhalb von vienna.indymedia.org finden lassen werden, nicht negiert und aus dem Blick verloren werden, sondern Ausgangspunkt f\xFCr eine st\xE4ndige Weiterentwicklung des Projekts sein.

Es geht vienna.indymedia.org daher nicht darum, redaktionell bearbeitete Nachrichten zu verbreiten, oder interessante Infos aus kommerziellen Medien zusammenzutragen, sondern etablierten Medien die Sicht von Aktivist/innen auf soziale Prozesse entgegenzusetzen und somit Ereignisse bzw. Aspekte ins Blickfeld zu r\xFCcken, die von diesen Medien nicht wahrgenommen werden (k\xF6nnen/sollen).

Die in den Moderationskriterien von vienna.indymedia.org festgelegten Grunds\xE4tze (siehe dazu auch ImcViennaModerationskriterien) sollen dabei zum Ziel haben, diese Art von Berichterstattung von Medienaktivist/innen, \xE4hnlich dem Prinzip der \x84positiven Diskriminierung\x93 bzw. \x93affirmative action\x93, zu f\xF6rdern.

Globalisierung und Regionalisierung

Ein weitere wichtige Aufgabe f\xFCr uns soll die St\xE4rkung lokaler Strukturen und Vernetzung mit globalen Zusammenh\xE4ngen, \xFCber (und gegen) bestehende nationalstaatliche Rahmen hinweg, sein. Wichtig ist uns hier besonders, regionale soziale Bewegungen und deren Widerstand als Ankn\xFCpfungspunkt f\xFCr globale K\xE4mpfe zu sehen.

Damit wollen wir eine Diskussion aufgreifen, die sowohl im globalen Indymedia-Netzwerk - dessen Bestandteil wir sind - als auch der neuen globalen Protestbewegungen - als kritischer Teil derer wir uns verstehen - gef\xFChrt werden.

Freie Software, freie Informationen

Nicht nur die Indymedia-Software ist frei, das hei\xDFt kostenlos und somit f\xFCr alle frei ben\xFCtzbar und weiterentwickelbar. Der Gedanke der Freien Software, des freien Wissensaustausches und einer weltweiten Zusammenarbeit \xFCber das Internet, ist jedoch dar\xFCber hinaus auch f\xFCr die Arbeitsweise von Indymedia wichtig geworden.

Das globale Indymedia-Netzwerk

Das Konzept des Open publishing Netzwerks Indymedia entstand unter dem Eindruck einer auf globaler Ebene noch nie dagewesenen kapitalistischen Medienkonzentration nach Ende des kalten Krieges. Aktivist/innen aus dem Bereich der alternativen Medien, der Freien Software und globaler Protestbewegungen begannen daher dieser Medienmacht ein eigenes, weder auf nationalstaatliche noch wirtschaftliche Interessen beruhendes, Konzept von Berichterstattung und globaler Gegenpr\xE4senz entgegenzusetzen.

Indymedia trat unter diesem Namen und den damit verbundenen Konzept des Open Postings das erste Mal im November 1999 in Seattle, anl\xE4sslich der Proteste gegen die WTO und globalen Kapitalismus, auf und lieferte w\xE4hrend dieser Zeit unabh\xE4ngige Berichterstattung von und f\xFCr Aktivist/innen in aller Welt \xFCber das Geschehen vor Ort.

Zwischenzeitlich entstanden weltweit weit \xFCber 100 neue IMCs (Independent Media Centers bzw. Unabh\xE4ngige Medienzentren), die sowohl regional als auch international alternative Berichterstattung betreiben und ein gemeinsames globales Netzwerk bilden. Auch die Gr\xFCndung des ersten IMC in \xD6sterreich (http://at.indymedia.org) entstand aus den Eindr\xFCcken des Globalen Aktionstags gegen die IWF- und Weltbanktagung in Prag im September 2000, wo die Berichterstattung von Indymedia ebenfalls f\xFCr weltweites Aufsehen sorgte.

Was will indymedia NICHT sein?

\x95 Ersatz f\xFCr schon bestehende alternative Informationsstrukturen; hier soll indymedia nur unterst\xFCtzende / vernetzende Funktion haben.
\x95 Absatzpool f\xFCr vorbereitete Stellungnahmen nach staatlicher Macht strebender, etablierter oder kommerzieller Gruppierungen
\x95 Diskussionsforum oder Verstaltungskalender; indymedia eignet sich wegen seiner Struktur nur sehr schlecht daf\xFCr.
\x95 Plattform f\xFCr diskriminierende (z.B. sexistische, rassistische, faschistische u./o. antisemitische) Beitr\xE4ge jeder Art.

Mitmachen

Wenn auch Du Dich in den Gestaltungsprozess um ein unabh\xE4ngiges Medienzentrum f\xFCr Wien beteiligen willst (auch wenn Du jetzt vielleicht noch nicht genau wei\xDFt wie), dann melde Dich doch einfach bei uns oder komm zu einem unserer Treffen.

Indymedia ist ein Werkzeug, das von euch benutzt werden will. Ihr k\xF6nnt Artikel schreiben, Videos oder Audios machen, euch an der Moderation beteiligen - egal - Hauptsache, ihr f\xFCllt die Struktur mit Leben! Dazu geh\xF6rt nat\xFCrlich auch Kritik an Entscheidungen - Texte sind recht lebendige Gebilde und lassen sich manchmal nur widerwillig in die starren Kategorien pressen.

Wir freuen uns \xFCber jede Person mehr, die sich in irgendeiner Form f\xFCr die inhaltliche Gestaltung der Seite mitverantwortlich f\xFChlt, denn genau darum geht es schlie\xDFlich bei Indymedia: das Verh\xE4ltnis 'MedienmacherInnen versus -konsumentInnen' aufzubrechen, um ein Informationstool "von allen f\xFCr alle" zu schaffen.

-- RudiRatte - 19 Jul 2004
Topic revision: r9 - 10 Mar 2005, SkeP
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